"Wir alle sind in S�nden geboren, und was uns h�lt, ist nicht die eigene Kraft, sondern eine Kraft au�er uns; rund heraus: die Barmherzigkeit Gottes."
Theodor Fontane
Die hl. Faustina Kowalska (1905-1938) war ein polnische Mystikerin, die das Beieinander und Ineinander der verschiedenen Eigenschaften Gottes sehen durfte. Sie schlie�en sich nicht aus, sondern bedingen einander. Die Barmherzigkeit Gottes ist die h�chste und majest�tischste Form seiner Gerechtigkeit. Im Advent des Jahres 1933 erhielt Sr. Faustine einen geheimnisvollen Einblick in drei Eigenschaften Gottes: in Seine Heiligkeit, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit. Sie gibt dar�ber Zeugnis in ihrem Tagebuch:
"Die erste Eigenschaft, die Gott mir zu erkennen gab, ist Seine Heiligkeit. Diese Heiligkeit ist so gro�, da� vor Ihm alle Gewalten und M�chte zittern. Reine Geister verh�llen ihr Angesicht und versinken in unaufh�rlicher Anbetung. Das Wort ihrer h�chsten Verehrung ist nur eines - 'Heiliger' - 'Sanctus'... Die Heiligkeit Gottes ist ausgegossen auf Seine Kirche und auf jede in ihr lebende Seele - jedoch nicht im gleichen Ma�e. Es gibt ganz verg�ttlichte Seelen und auch Seelen, die kaum Leben besitzen.
Die zweite Erkenntnis erteilte mir der Herr - dies ist Seine Gerechtigkeit. Seine Gerechtigkeit ist so gro� und durchdringend, da� sie bis ins Wesen der Dinge reicht und alles vor Ihm in entbl��ter Wahrheit steht und nichts bestehen kann.
Die dritte Eigenschaft ist die Liebe und Barmherzigkeit. Ich begriff, da� die gr��te Eigenschaft Gottes die Liebe ist und die Barmherzigkeit. Sie verbindet das Gesch�pf mit dem Sch�pfer. Die allergr��te Liebe und den Abgrund der Barmherzigkeit erkenne ich in der Menschwerdung des Wortes, in Seiner Erl�sung. Ich erkannte hier, da� diese Eigenschaft die gr��te in Gott ist."
Christus selbst hatte sie sich zur Botschafterin seiner Barmherzigkeit auserw�hlt. Sie sollte die Menschen von der unendlichen Barmherzigkeit Gottes �berzeugen, damit sie dieselbe als ihren Rettungsanker ergreifen in jeder Not:
"Meine Tochter, sprich zur ganzen Welt �ber meine unendliche Barmherzigkeit... Ich w�nsche, da� die ganze Welt meine Barmherzigkeit kenne. Ich verlange danach, unerme�liche Gnaden jenen Menschen zu schenken, welche auf meine Barmherzigkeit vertrauen... Das menschliche Geschlecht wird nicht eher den Frieden finden, bis es sich mit Vertrauen an meine Barmherzigkeit wendet..."
Am 4. Juni 1937 sprach Christus zu Sr. Faustine:
"Meine Tochter, sei eifrig im Niederschreiben jeden Satzes, den Ich �ber Meine Barmherzigkeit zu dir sage, denn das ist f�r eine gro�e Anzahl von Seelen bestimmt, die daraus Nutzen ziehen werden."
1935 spricht der Herr von den Seelen, die seine Barmherzigkeit anrufen und verk�nden:
"Ich Selbst werde sie in der Stunde des Todes verteidigen wie meine Ehre. W�ren auch die S�nden der Seelen schwarz wie die Nacht - wenn der S�nder sich an meine Barmherzigkeit wendet, erweist er mir die gr��te Ehre und wird zum Lob Meines bitteren Leidens. Wenn eine Seele Meine G�te preist, erzittert der Satan vor ihr und flieht bis auf den Grund der H�lle." Christus f�hrt fort: "Mit den Seelen, die sich zu Meiner Barmherzigkeit fl�chten, und mit denen, die anderen von meiner gro�en Barmherzigkeit k�nden und sie r�hmen, werde ich in der Todesstunde nach Meiner unendlichen Barmherzigkeit verfahren. Mein Herz leidet, da� selbst auserw�hlte Seelen nicht verstehen, wie gro� Meine Barmherzigkeit ist. Ihr Umgang ist in einem gewissen Sinne Mi�trauen. Wie sehr verletzt das Mein Herz! Denkt an mein bitteres Leiden. Und wenn ihr Meinen Worten nicht glaubt, so glaubt wenigstens Meinen Wundmalen."
Sr. Faustine darf immer mehr in die Tiefen der Barmherzigkeit eindringen. Immer mehr enth�llt sich ihr das Geheimnis der g�ttlichen Liebe. Im Januar 1938 hei�t es in ihrem Tagebuch:
"O unbegreiflicher Gott, mein Herz vergeht vor Freude, da� Du mich in die Geheimnisse Deiner Barmherzigkeit eindringen lie�est. Alles beginnt mit Deiner Barmherzigkeit und endet in Deiner Barmherzigkeit... Alle Gnaden flie�en aus der Barmherzigkeit, und die letzte Stunde ist voller Barmherzigkeit f�r uns. M�ge an Gottes G�te niemand zweifeln, auch wenn seine S�nden schwarz wie die Nacht w�ren; Gottes Barmherzigkeit ist st�rker als unser Elend. Eines ist notwendig, n�mlich da� der S�nder seine Herzenst�r ein wenig f�r den Strahl der Barmherzigkeit Gottes �ffnet; das �brige tut Gott. Ungl�cklich die Seele, die vor der Barmherzigkeit Gottes die T�r verschlossen h�lt und das auch in der letzten Stunde. Solche Seelen versenkten Jesus im �lgarten in Todestrauer, doch aus Seinem Mitleidigsten Herzen ergo� sich die Barmherzigkeit Gottes."
Die Barmherzigkeit Gottes besteht nicht darin, die Gefahr der Verdammnis zu leugnen, sondern uns aus ihr zu erretten. Deshalb mutete die Muttergottes 1917 in Fatima den Seherkindern eine H�llenvision zu. Jesus Christus ist nicht der gro�e Beschwichtiger, sondern unser barmherziger Erl�ser.
Mit der Botschaft der hl. Faustina stimmen die Visionen der seligen Dina Belanger (1897 - 1929) �berein. Dina wurde am 20. M�rz 1993 seliggesprochen, einen Monat vor Faustina Kowalska. Sie durfte am 7. Juni 1925 die Barmherzigkeit Gottes schauen und schreibt dar�ber:

"Oh, wie gut ist unser Herr! Wie mild! Wie voller Z�rtlichkeit! Wenn ich nur die �ngstlichen Seelen von der Unendlichkeit seiner Milde �berzeugen k�nnte! (...) Die unendliche Barmherzigkeit bet�tigt sich um so mehr, je gr��er das Elend ist, das sie vorfindet. Und Gott durch unsere Reue und unser Vertrauen Gelegenheit zu geben, seine Barmherzigkeit zu bet�tigen, bedeutet ihm Freude zu bereiten. Nichts verletzt das v�terliche Herz so sehr wie der Mangel an Vertrauen. Der Herr sucht Seelen, die ihm mit Freuden dienen."
S�mtliche Zitate der hl. Faustina sind ihrem Tagebuch entnommen.
�ber die hl. Faustina ist eine Cassette erschienen, die man kostenlos bei mir bestellen kann: